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grundgesetz

Am 23. Mai beging unsere Schule den 70. Jahrestag unseres Grundgesetzes. Alle Klassen befassten sich in Projekten, Exkursionen und Umfragen mit den verschiedenen Artikel der Verfassung, so auch die E f/g. Sie setzten sich in kreativen Texten mit den Themen auseinander. Dabei war alles erlaubt: Gedichte, Kurzgeschichten, aber auch erörternde Auseinandersetzungen. Hier eine Auswahl der Ergebnisse:

 

Joshua und Henrik, E f/g


GG. Artikel 12a „Militärische und zivile Dienstpflichten“


Kaum ist das Jahr 18 erreicht
Schon spielt dir das Grundgesetz einen Streich 

Lieber chillen und relaxen 
Als sich unter Druck zusetzen

Anstatt Spaß zu haben 
Wirst du geschickt in Graben

Krieg löst Flüchtlinge aus 
Deshalb sah Köln so aus

Du bekommst im Krieg ein schlechtes Gewissen 
Dann kriegst du beim Ersatzdienst deinen Bissen

Sind die sechs Monate dann endlich um
Bringst du weiter bei Fortnite Leute um

 

 

Von Sarina, E f/g


Artikel 38.1


"Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen."
Klingt doch gut. Oder nicht...?

Wer sind eigentlich diese Abgeordneten?
Sie sind sogenannte "Volksvertreter". Ihre Aufgaben sind es, ihr Volk zu vertreten. 
Solange man nicht über diesen Artikel nachdenkt, scheint alles glasklar zu sein. Wenn man sich diesen jedoch einmal genauer anschaut, merkt man, dass hierbei nur Wünsche ausgesprochen werden. Wünsche von blauäugigen Menschen.Das Grundgesetz ist aber da, um Lösungen zu zeigen, Rahmbedingungen darzustellen - keine Wünsche!

Muss ein Volksvertreter Pflichten und Rechte haben?
Wenn er keine Rechte hat, kann er nichts machen.
Wenn er keine Pflichten hat, brauchen wir ihn nicht als Vertreter unseres Volkes und können ihn nicht zur Verantwortung ziehen.

Wie bekommt ein solcher Vertreter seine Rechte und Pflichten?
Nur durch einen schriftlichen Vertrag. Durch die Wahlen erkennen wir seine Existenz an. Aber einen Vertrag, wie man ihn braucht - so einen gibt es nicht. Hingegen gibt es mündliche Versprechungen. Es wird ihm jedoch auch nicht verboten, im Bundestag seinen eigenen Wahlversprechungen zu widersprechen. Und so etwas nennen wir unsere Volksvertreter? Fremden Menschen, denen wir unsere Verantwortung übertragen, denen es nicht einmal durch einen Vertrag vorgeschrieben ist, diese Versprechen wirklich einzuhalten.

Lesen wir noch einmal den ersten Satz des Artikels:
"Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt."
Diese Wahlen bestimmen weder ihre Rechten, noch ihre Pflichten.
Was dürfen sie machen? Was müssen sie machen? Vor wem sind sie verantwortlich?
Keine Antwort...

Nun lesen wir noch einmal den zweiten Satz:
"Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen." 
Wie kann ein Einzelner ein Vertreter eines ganzen Volkes sein?
Indem er vom ganzen Volk einen Auftrag mit seinen Pflichten bekommt. Ein Vertreter muss an einen Vertrag gebunden sein
Wer ist jemand, der nicht an einen solchen Vertrag gebunden ist?
Alles außer ein Vertreter! 

Ein Vertreter, der nur seinem Gewissen unterworfen ist, hat keine Aufgaben zu erfüllen. Vielleicht ist er König? Aber auf jeden Fall kann er kein Vertreter sein. Er müsste seinem Auftrag unterworfen sein und nicht seinem Gewissen. Einen Auftrag kann man überprüfen. Ein Gewissen nicht.
Wer sind also die Abgeordneten laut Artikel 38.1?
Sie haben werden Aufgaben noch eine Verantwortung! Nennen sich aber Volksvertreter! Wer sind also diese Menschen? Passt hierbei etwas anderes außer, dass diese Menschen alle bewusst oder unbewusst Verbrecher sind.
Eins kann man aber auf jeden Fall sagen. Die Abgeordneten sind keine wahren Volksvertreter, wie sie es eigentlich sein sollten.

 

Artikel 3: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes […] benachteiligt oder bevorzugt werden. […]

von Alexandra, E f/g

Gleichberechtigung ist heutzutage ein großes Thema. Immer mehr Frauen beschweren sich über ungleiche Gehaltsverteilung im Beruf und auch über eine ungleiche Chancenverteilung bei der Berufswahl. Doch stimmen diese Anschuldigungen oder wird Artikel 3 nur ins Unmögliche gezogen?

Die Trennung der Geschlechter beginnt schon im frühen Alter: 

Mädchen tragen rosa und bekommen Puppen zum Spielen, während Jungen mit der Farbe blau und Autos in Verbindung gebracht werden. Schon im Kindergarten wurde ich gefragt, ob ich schon einen Freund hätte und wüsste, wen ich später heiraten möchte. Zum Glück wurde ich nicht so erzogen, aber viele sind mit dem Glauben aufgewachsen, dass das Leben einer Frau daraus besteht, einen Mann zu finden, zu heiraten, Kinder zu bekommen, sich um diese zu kümmern und sich um den Haushalt zu sorgen.

Glücklicherweise hat sich diese Ansicht bei vielen geändert, Frauen können frei über ihr Leben entscheiden. Na ja, fast:

Es gibt immer noch Länder, in denen das Leben einer Frau nicht wertgeschätzt wird, sie wird ihr Leben lang unterdrückt. Es gibt auch noch weiterhin Männer weltweit, die der Meinung sind über Frauen entscheiden zu dürfen. 

An der Diskussion, ob Abtreibung verboten werden sollte, sind jedes Mal unzählige Männer beteiligt. Doch so lange es niemanden gibt, der den Schwangeren garantiert, dass das Kind nicht ohne Vater aufwächst, dass die Frau unfreiwillig alleinerziehende Mutter wird, sollte man keiner Frau vorwerfen, dass sie nicht bereit ist diese Situation alleine zu bewältigen. Kurz gesagt, wenn der Vater sich gegen das Kind entscheidet, beschwert sich niemand, doch entscheidet sich die Mutter dagegen, schaltet die ganze Welt ein und alle Männer sind empört. 

Es gibt viele Fälle, in denen Frauen an zweiter Stelle stehen und bei denen Männer und Frauen nichtgleichberechtigt sind. Doch viele Frauen sind der Meinung, dass sie weniger verdienen als Männer aufgrund ihres Geschlechts. Doch es zählen so viel mehr Faktoren in das Gehalt einer Person dazu: 

Welche Berufserfahrungen hat sie?

Welche Qualifikationen kann sie aufweisen? 

Welche Leistungen erbringt sie? 

Solange die Antworten dieser und vieler weiterer Fragen nicht die gleichen sind, kann das Gehalt zwischen einem Mann und einer Frau nicht verglichen werden. 

Viele Frauen bezeichnen sich als Feministinnen, nur um ihren Groll gegen Männer auszuleben, oder um zu behaupten zu können, Frauen seien besser als Männer.

Mir ist bewusst, dass nicht alle Feministinnen extrem sind, aber sogar wenn es nur ein kleiner Teil wäre, möchte ich nicht mit einer männerfeindlichen Gruppe verglichen werden. Im Gegenteil, oftmals wird nämlich behauptet, Sexismus würde sich nur gegen Frauen richten, doch dem ist nicht so.

Als Beispiel nehme man die Ausbildung zum Polizisten beziehungsweise zur Polizistin: Frauen müssen, um den Sporttest zu bestehen, in vielen Disziplinen weniger Leistung erbringen. Beim Laufen haben sie mehr Zeit, bei Kraftübungen bekommen sie geringere Gewichte und müssen zudem weniger Wiederholungen ausführen. 

Auf den ersten Blick klingt das vielleicht gerecht, denn Männer sind von Natur aus körperlich stärker als Frauen.

Doch wird man bei einem realen Polizeieinsatz Rücksicht darauf nehmen, dass Frauen niedrigere Anforderungen hatten und dementsprechend schwächer oder langsamer sind? Sollten Männer ihren biologischen Vorteil nicht für zum Allgemeinwohl nutzen? 

Wären Männer, die die gleichen Zeiten, die gleichen Wiederholungen aufbringen wie Frauen, nicht genauso nützlich, wie die Frauen? 

Sollte man jetzt nicht nur auf das biologische Geschlecht und die dazugehörigen Nachteile achten, sondern auch auf zum Beispiel angeborene Krankheiten, sodass wenn man beispielsweise Asthma hat, gar keinen Lauftest bei der Polizei ablegen muss?

Wäre es nicht viel sinnvoller, einen Wert, einen Anforderungsbereich für alle zu haben, ohne Rücksicht auf das Geschlecht oder andere Nachteile?

Denn dann würden nur die, die die nötigen Voraussetzungen haben den Arbeitsplatz bekommen. Dann würde nur das Individuum betrachtet werden und nicht nach Geschlecht bewertet werden. 

Es gibt viele weitere Fälle, bei denen Männer in irgendeiner Art benachteiligt werden. 

Ein Mann hat beispielsweise seinen Job aufgegeben, um seine kranke Mutter zu pflegen, doch der Staat verweigerte die finanzielle Unterstützung, da „nur Frauen Menschen pflegen“. 

Ich denke, dass es viele Konfliktpunkte gibt, bei denen der Grad zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung gering ist und nur im Einzelfall lässt sich entscheiden, was moralisch und gesetzlich vertretbar und richtig ist. 

Jedenfalls sollte man meiner Meinung nach nicht nach dem Geschlecht oder ähnlichem jemanden bewerten, sondern nach seiner Leistung und seinem Charakter. 

Ich spreche mich offen gegen extreme Feministinnen aus und ich bin für die Individualitätsentwicklung, nicht die der Stereotypen der Geschlechter. 

Können wir nicht, statt eines Geschlechterkrieges ein großen Miteinander schaffen und uns gegenseitig unterstützen, statt uns schlecht zu machen?

 

 

Modul Unten Mitte (user2)

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