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Die Schülerinnen und Schüler der Q1b (und einige Lehrer) äußern sich seit dem 19. März täglich mit einem Beitrag. Das kann ein Video, ein Podcast oder auch ein Text oder Bild sein. Wo stehen wir gerade? Wie organisiere ich mich? Was läuft anders? Was vielleicht auch normal?

Teil 13:  Linn - getrennt und doch gemeinsam 

 Ihr möchtet mitmachen? Kontaktiert einfach Herrn Degenhard.
Dieser Seite bitte keine Inhalte (Texte, Videos, Fotos) ohne Rücksprache entnehmen.


Überblick


Woche 1

18. März 2020 Herr Degenhard 

19. März 2020 Lilian und Frau Edelmann 

20. März 2020 Herr Burmeister und Jannes

21. März 2020 Anna und Herr Henning

22. März 2020 Svea

Woche 2

23. März 2020 Annika

24. März 2020 Marina gibt Tipps gegen Langeweile

25. März 2020 Nele B.

26. März 2020 Lilian A. (und ihr Vater)

27. März 2020 Elisabeth und Annika (6d)

28. März 2020 Nele S.

29. März 2020 Lene

Woche 3

30. März 2020 Linn


Teil 1 - 18. März 2020 | Herr Degenhard 


Als letzten Satz in diesem Tagebuch wünsche ich mir ein: "Bis morgen IN der Schule dann!" Und das bald.


Teil 2 - 19. März 2020 | Der Coronavirus - Hamster im Supermarkt

von Lilian Güldenpfenning (Q1b)

Es ist der 19. März 2020, 10:35 Uhr. Bis jetzt 10.999 Infizierte und 20 Tote in Deutschland. Corona ist um uns, überall. Oder zumindest denken wir es. 
Heutzutage ist kaum noch jemand auf den Straßen, und wenn dann nur, um einzukaufen, um hamstern zu gehen. 

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Erst vorgestern war ich in einem Supermarkt. Ich wollte ein einziges Teil kaufen gehen, Reismilch. Ich hatte bereits gehört, dass die Regale in Supermärkten leer seien. Doch, dass das Ausmaß so groß sein würde, hätte ich auch nicht gedacht. 
Es gab keine Nudeln mehr, nur noch eine einzige Packung Mehl und auch die Tiefkühl-Abteilung war ausgeräumt worden. Dosen waren ebenfalls zur Mangelware geworden.
Und das wundersamste: Das ganze Toilettenpapier war weg! So als hätte es eine Wahlkampagne gegeben: Geht Toilettenpapier hamstern! Oder es war auf einmal kostenlos, aber davon hätte ich ja etwas mitbekommen müssen. Reismilch gab es zum Glück noch, aber auch nicht mehr viel.
An der Kasse waren die Zustände auch nicht mehr normal. Die Menschen hinter und vor mir trugen Einmalhandschuhe oder Gummihandschuhe, die bei mir zuhause zum Toilette putzen verwendet werden.

Der typische Ablauf eines Einkaufes hat sich stark verändert. Sachen in den Wagen, ab zur Kasse. Sachen auf das Band und schnell bezahlen, nicht reden, möglichst nichts anfassen, Abstand halten und schnell raus aus dem Geschäft. Sachen in den Kofferraum und Einkaufswagen wegbringen. Neue Einmalhandschuhe an und schnell nach Hause. Dort alles Desinfizieren. Auch das Smartphone!

Von einem kleinen Kind wurde ich dann auch noch gefragt, warum denn jetzt auf einmal alle Menschen Hamster im Supermarkt kaufen gehen - nicht jeder weiß, was Hamsterfahrten sind. Ist ja auch etwas länger her, als diese richtig Inn waren. Aber viellicht ist Hamstern jetzt der neuste Trend. Ein interessanter Trend, der mal nicht mit Mode oder Spielzeug zu tun hat. 

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Fotos: Lilian Güldenpfennig

Im Zeitmagazin No.12 vom 12.3.2020 habe ich daraufhin einen amüsanten Artikel von Harald Martenstein gefunden: „Über Hamsterkäufe im Supermarkt und die Panik vor Corona und Krokodilen.“ lautete der Titel.

Er schrieb über verschiedenste Theorien, was in einzelnen Haushalten mit dem gehamsterten Klopapier wohl passiere und die für ihn nicht so wirklich verständliche extreme Panik vor dem Virus und einer Infektion. Zudem beschäftigte er sich damit, wie viele Menschen man durch die Schließung von Krankenhäusern retten könne. Um die 10.000 Menschen würden nach seinen Nachforschungen an etwas sterben, was sie sich durch den Besuch in einem Krankenhaus geholt hätten. Aber auch Haushaltsarbeit solle man nicht unterschätzen: an die 10.000 Menschen sterben im Jahr beim Putzen, Saugen, oder Lampen aufhängen.  Zusätzlich verdeutlichte er an einem Beispiel, dass „die Panik als solche eine viel größere Gefahr sein kann als ihr Anlass“.

Ich versuche mein Leben soweit es geht noch normal weiter zu führen, aber was kann man heute noch als normal bezeichnen?

Viele Geschäfte haben geschlossen, Supermärkte haben jetzt auch Sonntags offen und die Eltern sind auf einmal den ganzen Tag zuhause. Man weiß nicht, was in der nächsten Stunde passiert. Immer wieder gibt es eine neue Anordnung oder Verordnung, die das Leben und vor allem auch das soziale Leben betreffen und verändern. Viele warten sogar schon auf die Ausgangssperre.

Ich persönlich fühle mich ein bisschen in die Vergangenheit zurückversetzt. Es wird sich um  das Essen gestritten, Menschen machen Hamsterkäufe, niemand lässt sich draußen blicken und die Schulen sind geschlossen. Nur unser Feind ist kein Land oder eine Religion, es ist ein Virus und wir versuchen ihn auszurotten. Es wäre also kein Wunder mehr, wenn wir irgendwann alle Essenrationen und Marken erhalten würden.

Auch die Mails, die wir von Lehrern bekommen, die mit den Worten „Passt auf euch auf“, „Händewaschen und Handy-Desinfizieren nicht vergessen“ und „Bleibt gesund“ enden, sind etwas ungewohnt.

Hamstern war ich trotzdem nicht, ich finde es eher etwas amüsant und versuche das ganze positiv zu sehen. Den Tag überstehe ich damit, Schulaufgaben zu machen und die vielen Büchern zu lesen, die ich mir zu Beginn dieser Woche besorgt habe.

Also nur mal für das Feeling: Passt auf euch auf und bleibt gesund!

 

Über das Wesen des Menschen in Zeiten der Krise

 von Frau Edelmann

Dieser Tage macht man sich allenthalben über hamsternde Menschen lustig. Warum, um alles in der Welt, kaufen die so viel Klopapier? Was soll das? Nun, auch ich muss sagen: ich weiß es nicht. Was ich mich allerdings frage ist: wer sind denn all diese Menschen und vor allem, WO sind sie? Wenn angeblich so viele Menschen hamstern, müsste man doch eigentlich jemanden kennen, der genau das tut! Da die Hamsterer momentan so viel Häme und Spott über sich ergehen lassen müssen, bunkern sie ihre Ware wahrscheinlich im Keller oder auf dem Dachboden, während sie gleichzeitig in den allgemeinen Chor der Belustigung miteinstimmen mit dem mulmigen, vielleicht gar beschämenden Gefühl, auch nicht besser zu sein als die anderen. Vielleicht gibt es die schlimmen Hamsterer auch auch gar nicht. Vielleicht sagt sich ein Großteil der Menschen beim einkaufen nur: „Naja, Nudeln haben wir eigentlich noch. Aber ich nehme vorsichtshalber noch zwei, drei Pakete mit und eventuell auch nochmal Klopapier. Noch eine Dose Kidneybohnen und Mais schadet ja auch nicht.“ Und schwups, sind die Regale leer?

Ähnlich ergeht es den Menschen, die sich – für jeden ersichtlich – nicht an die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen (Social Distancing!) halten, in Gruppen spazieren gehen, Kaffeetrinken im Park oder gar – der unbedachten Jugend zugeschrieben – Corona-Partys feiern! Unmöglich! Wie verantwortungslos! Gleich einsperren! Die sind dann Schuld wenn wir alle sterben! So die Kommentare auf den gängigen Social Media Plattformen. Während man sich damit vom Home Office ablenken lässt, spielen die eigenen Kinder gerade mit fünf anderen Kindern aus der Nachbarschaft Basketball, klatschen sich ab, schubsen sich…die Nachbarin kommt zum Plaudern, man steht beisammen, lacht. Und vorhin im Supermarkt wollte man so schnell wieder aus dem Laden, dass man glatt vergaß, den Sicherheitsabstand an der Kasse einzuhalten und sich dann auch noch  - wieder im Auto – erschöpft mit der Hand über die Stirn gestrichen hat.

Es gehört wohl zu den Grundzügen unserer Spezies, dass wir gerne mit Inbrunst das Verhalten unserer Mitmenschen kommentieren und kritisieren. Dabei vergessen wir häufig, dies bei uns selbst auch zu tun. Sicher verhalten sich immer noch zu viele von uns nicht angemessen, vielleicht sogar fahrlässig. Der Mensch lernt eben doch erst – wer Kinder hat wird das bestätigen können – durch eigene Erfahrungen oder eben durch die Obrigkeit. Um eine Ausgangssperre werden auch wir wohl nicht herumkommen!

PS: Noch eine Bemerkung zum Social Distancing: was soll denn diese hirnrissige Bezeichnung? Geht es nicht eher um Physical Distancing? Im digitalen Zeitalter müssen wir ja glücklicherweise nicht sozial vereinsamen, ich wäre für ein anderes Wording!


 

Teil 3 - 20. März 2020 | Herr Burmeister in der leeren Schule

 

 

Teil 3 - 20. März 2020 | Streit ums Mehl

von Jannes Faltenberg

Heute war ich zusammen mit meiner Mutter einkaufen. Alle Läden bis auf Supermärkte, Apotheken, Tankstellen und Frisöre hatten geschlossen. Die Menschen arbeiten alle von zu Hause aus dem Homeoffice, sofern es möglich ist. Die wenigen, die ich auf der Straße gesehen habe, liefen mit Einmalhandschuhen herum. Mit Mundschutz (wie in anderen Ländern) habe ich niemanden gesehen, aber die Angst vor COVID-19 war spürbar. In den Supermärkten waren einige der haltbaren Produkte wie Nudeln und Klopapier ausverkauft, da die Menschen nun vermehrt anfangen, Lebensmittel zu bunkern. Bei einigen Produkten kommt es bereits zu Engpässe in der Versorgung.

In der Zeitung habe ich von einem Mann gelesen, der 50 kg Mehl kaufen wollte. Als ihm dies untersagt wurde, kam es zu einer Prügelei mit den Angestellten (vgl. https://bit.ly/2wll5iH). Dieses Verhalten finde ich in höchsten Maße unangemessen, es zeigt aber, dass die Angst manche Menschen unvernünftig werden lässt. Gerade jetzt sollte man körperliche Nähe meiden und einen klaren Kopf bewahren. Auf dem Wochenmarkt war reges Treiben und es wirkte alles sehr normal.

Nur beim Schlangestehen hielten die Menschen mehr Abstand. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass es auch anders geht! Es ist wichtig, dass wir achtsam durch den Alltag gehen und Rücksicht aufeinander nehmen. Mein Appell:

Lasst uns nicht in Panik verfallen und das beste aus dieser Situation machen!

Zum jetzigen Zeitpunkt sind 15.320 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert und es sind 44 gestorben. Diese Zahlen werden vorraussichtlich stark steigen.  


Teil 4 - 21. März 2020 | Anna mit positiven Aspekten

 

Teil 4 - 21. März 2020 | Herr Henning an der Gitarre

 


Teil 5 - 22. März 2020 | Svea  –  Geburtstag ohne Kaffeetrinken


 Teil 6 - 23. März 2020 | Annika – Mythen und Fake-News


Teil 7 - 24. März 2020 | Marina hat Tipps gegen Langeweile

Heute ist der 24.03.2020. Aktuell gibt es 381.598 mit dem Corona-Virus Infizierte weltweit. Davon sind 29.056 Infizierte in Deutschland. Dies schrieb heute Morgen um 7:10 Uhr Merkur.de. Immerhin steigt die Zahl heute langsamer an, als die vorherigen Tage, berichtet NDR Info. 

Der Alltag läuft ganz anders als gewohnt ab. Anstatt einem geordneten Tages- und Zeitplan nachzugehen, wache ich jeden Morgen auf, ohne zu wissen was ich heute genau machen werde. Dennoch setze ich mich morgens an den Schreibtisch und erledige die Schulaufgaben, die uns geschickt worden sind. Es ist schwierig sich zu konzentrieren, weil es sich nicht wie ein richtiger Schultag anfühlt, sondern eher wie Wochenende. Nachmittags gehe ich immer an der frischen Luft spazieren, um in Bewegung zu bleiben, denn alle meine Freizeitaktivitäten wurden gestrichen. Ansonsten habe ich mehr Zeit die Sachen zu machen, die ich sonst eher verdrängt habe, zum Beispiel den Kleiderschrank auszumisten oder alte Dinge auszusortieren.

Nach einigen Tagen ist es dann doch ziemlich langweilig geworden und daraufhin habe ich recherchiert, was man sonst zu Hause machen kann. Ich bin auf diese Seite gestoßen: https://www.tip-berlin.de/corona-zeit-was-man-zu-hause-machen-kann/, die ein paar Tipps bereitstellt, um den Alltag anders zu verbringen, als auf das Smartphone zu schauen. Diese Zeit ist genau die richtige, um beispielsweise ungelesene Bücher, die jahrelang im Bücherregal standen, zu lesen. Der Frühjahrsputz darf natürlich auch nicht fehlen, denn in einer sauberen geputzten Wohnung fühlt man sich gleich viel besser. Man kann wieder selbst backen oder kochen und neue Rezepte ausprobieren. Außerdem ist jetzt die Chance, etwas Neues zu lernen, ein neues Lied am Klavier, ein paar Wörter in anderen Sprachen, oder etwas handwerkliches, zum Beispiel Handlettering. Weiterhin kann man zu Hause Urlaubsfotos sortieren, ein Fotoalbum erstellen, online shoppen, Freunde und Verwandte anrufen, Home-Workouts machen und über wichtige Dinge im Leben nachdenken. Wie man sieht, gibt es also doch ganz viel, was man machen kann und die Zeit vergeht schneller.

Ich hoffe, dass ihr alle gesund bleibt und ein paar Tipps gegen die Langeweile nutzen könnt.


 Teil 8 - 25. März 2020 | Nele B. spricht über verwirrende Zahlen


Teil 9 - 26. März 2020 | Lilian A. (und ihr Vater) über das Abi 1987 


 Teil 10 - 27. März 2020 | Elisabeth spricht über Gewinner und Verlierer

Teil 10 - 27. März 2020 | Umziehen ohne Helfer

von  Annika (6d)

Wir sind schon seit einigen Wochen am Planen gewesen und müssen jetzt alles noch mal umplanen, da wir umziehen und mit Hilfe von Freunden gerechnet hatten. Aber wegen des Coronavirus gibt es ja jetzt Kontaktsperre, und wir müssen alles alleine machen. Wir hatten eigentlich vor, das neue Haus ganz zu renovieren, nun machen wir nur das Nötigste, da die alte Wohnung schon neu vermietet ist. Zum 1. Mai müssen wir hier raus sein. Es ist generell spannend, wie es weitergeht, und meine Eltern sind gerade total am Wirbeln und am Hin- und Herfahren. Wenn mein Vater etwas kauft, sucht er normalerweise im Internet nach dem günstigsten Preis und der besten Qualität. Jetzt fährt er fast täglich zum Baumarkt und kauft alles auf einmal (bevor er vielleicht zumacht). Und wenn meine Mutter zuhause ist, dann nur zum Kochen, das bedeutet, sie kann sich nicht um den Haushalt kümmern, und da ich den ganzen Tag zuhause bin, helfe ich ihr. Bei uns ist absolute Unordnung: Überall liegen Zettel und Pläne rum, Kisten erschweren den Weg und wir rennen hoch und runter, um den kleinen Hänger zu befüllen, den uns Freunde geliehen haben.

Normalerweise kauft meine Mutter einmal in der Woche ein, doch jetzt macht sie es alle zwei Wochen, damit sie nicht so oft unter Menschen muss. Sie hat erzählt, dass in manchen Läden Mitarbeiter die Einkaufswagen kontrollieren, und wenn man mehr als eine Packung von etwas hat, von dem wenig da ist, nehmen sie einem die Restlichen wieder weg. 

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So sieht es in unserer ganzen Wohnung aus. Links: mein aktueller Arbeitsplatz

Außerdem kauft meine Mutter selten Süßes, aber momentan ist unsere Speisekammer voll mit Dosen und Süßkram, der viel Energie hat, sich lange hält und schnell zubereitet werden kann, da wir keine Zeit zum großen Kochen haben, weil wir renovieren.

Vorschlag: Ich habe mir ein Tagebuch besorgt, wo ich aufschreibe, was ich gerade jetzt mache. Vielleicht hättet ihr auch Spaß daran, euch eins anzulegen, damit spätere Generationen lesen können, was alles passiert ist, und was für Maßnahmen getroffen wurden.

Bleibt alle gesund!


 

Teil 11 - 28. März 2020 | Nele S. wirft einen Blick nach Griechenland

 

Heute ist der 28.03.2020. Die Zahlen der Coronavirus Fällen steigen weiterhin und sind derzeit bei 50.871 Infizierten und 351 Todesfällen in Deutschland. Weltweit sind es schon 598.070 Infizierte und diese Zahlen werden auch voraussichtlich die nächsten Tage, Wochen und vielleicht auch Monate weiter steigen.

Somit verändert das Coronavirus das Leben von jedem von uns für einen unklaren Zeitraum. Und deshalb hat sich auch mein Alltag verändert. Anstatt eines normalen Schulalltages, der mir eine gewisse Struktur in meinen Alltag bringt, muss ich nun durch die Coronakrise meinen Alltag selbst organisieren. Ich stehe morgens auf, setze mich an meinen Schreibtisch und erledige die Schulaufgaben welche wir von den Lehrern zugeschickt bekommen haben. Dies dauert teilweise den gesamten Tag, aber an anderen Tagen gehe ich auch gerne raus an die frische Luft und gehe Spazieren oder fahre Inliner. 

Die Maßnahmen, die auf der ganzen Welt gegen das Coronavirus getroffen wurden, sind in fast allen Ländern ähnlich. In vielen Ländern werden Ausgangssperren verhängt. Das komplette öffentliche Leben kommt zum Stillstand. Man versucht mit dem Einführen dieser Maßnahmen, das Virus einzudämmen und die Ausbreitung durch die Vermeidung sozialer Kontakte zu verlangsamen. Bei den Ansprachen der Politiker und der Virologen kommt es außerdem immer wieder zu dem Apell an die Hygiene. Es wird dazu aufgerufen sich mehrmals am Tag die Hände gründlich mit Seife zu waschen und Berührungen im Gesicht oder speziell an den Schleimhäuten zu vermeiden. Wir in Deutschland haben die Möglichkeit, diesen Maßnahmen der Hygiene und des social distancing nachzugehen. Außerdem besitzt Deutschland auch eines der besten Gesundheitssystem der Welt. In vielen anderen Ländern sind diese Grundvoraussetzungen nicht gegeben. 

Auch in dem größten Flüchtlingslager auf Lesbos (Griechenland) herrscht große Unruhe, da ein Ausbruch des Coronavirus hier verheerende Folgen haben kann. Auf einer Fläche von 16 Quadratkilometern leben 20000 Menschen beisammen. Diese Fläche ist normalerweise nur für 2.800 Menschen ausgelegt. Auch in Griechenland wurde eine Ausgangssperre verhängt. Diese sorgt für noch größere Probleme in dem Flüchtlingslager. Hilfsorganisationen können gerade einmal für die Grundversorgung der Geflüchteten im Camp sorgen, da auch ihre Arbeit durch die Coronakrise eingeschränkt ist. Durch die Überlastung des Camps können die Maßnahmen, die fast in der ganzen Welt gelten, nicht ansatzweise eingehalten werden. Die Menschen leben auf einem sehr engen Raum beieinander, es bilden sich täglich lange Schlangen bei der Essensausgabe und sie schlafen mit vielen Leuten in kleinen Zelten. Aufgrund dieser Fakten und dem fehlenden Wasser für die Hygiene ist es quasi unmöglich eine theoretische Ausbreitung des Virus in dem Camp aufzuhalten. Es wurden bereits durch Hilfsorganisationen andere Krankheiten wie zum Beispiel die Krätze festgestellt. Auch diese ist das Endprodukt fehlender Hygienestandards. (https://www.spiegel.de/politik/ausland/corona-angst-im-fluechtlingslager-auf-lesbos-kein-wasser-kein-abstand-keine-chance-a-e5036fac-c22d-48ef-a266-c444fa088a5a)

Die Coronakrise ist für die ganze Welt eine Ausnahmesituation, wie sie wahrscheinlich nur wenige Leuten kennen. Für alle von uns ist es schwierig die Maßnahmen einzuhalten, da wir gerne wieder einem normalen Alltag nachgehen würden, Freunde wiedersehen wollen und unsere Hobbys praktizieren wollen. Man muss aber feststellen, dass wir trotz dieser noch andauernden Krise in einer privilegierteren Situation sind als viele andere. Wir haben die Möglichkeit uns und alle die wir lieb haben vor einer Infizierung mit dem Coronavirus zu schützen!!!! 

Also bleibt zuhause und genießt die eigenen vier Wände um euch herum, da dieser Schutz nicht allen Menschen gewährt ist. Bleibt gesund!!!!

 


Teil 12 - 29. März 2020 | Lenes Wettkampf fällt aus. Trotzdem will sie auch positive Dinge hören!

 


Teil 12 - 29. März 2020 | Linn - getrennt und doch gemeinsam

 

Der erste offizielle Ferientag beginnt heute und normalerweise würden viele in den Urlaub fahren und es würden sich alle auf drei Wochen Freizeit freuen. Doch als “normal” wird schon lange nichts mehr bezeichnet. Wir alle würden die letzte Zeit vielleicht eher als  “beunruhigend” oder als “ungewiss” bezeichnen. Das ist auch kein Wunder, denn der Virus beherrscht unseren Alltag. Von den vielen Veränderungen wurde in unserem Tagebuch ja schon zahlreich gesprochen und ich denke, uns geht es allen ähnlich. Dabei sprechen auch viele von Ablenkung, doch mir ist aufgefallen, wie schwer es ist, sich wirklich abzulenken.

Man guckt einen Film, indem der Eiffelturm zu sehen ist und schon fällt der Satz: “Heute steht dort ‘bleibt zu hause’ drauf.”

Man telefoniert mit Freunden und schon wieder kommt man nicht von dem Thema weg.

Man ist auf YouTube und schon wird man überall zur “Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung” geführt.

 

Und genauso geht es immer weiter. Auch ich hatte mir die Ferien anders vorgestellt, aber nun müssen wir alle umdenken. Für die geplanten Ausflüge müssen Alternativen gesucht werden, wie ein Brettspiel oder ein kleiner Spaziergang durch den Wald. Anstatt sich mit Freunden und Familie zu treffen, telefoniert man jetzt stundenlang. Und dafür, dass einiges wegfällt, kommen auch neue Aktivitäten dazu. Man kann endlich Dinge erledigen über die man sonst so oft klagt, dass man ja nie Zeit dafür habe und vielleicht sogar neue Leidenschaften entdecken. 

All das erleben gerade alle auf der ganzen Welt und achten dabei vor allem auf eins: Abstand. Aber sind wir uns vielleicht trotzdem so nah wie noch nie? 

Auch wenn wir räumlich getrennt sind, verbringen wir diese Zeit zusammen. Auch wenn man sich ab und zu alleine fühlt, ist man es doch eigentlich nicht. Jeden Tag entstehen viele neue Ideen, um sich gegenseitig zu stärken, helfen und um die kommenden Wochen gemeinsam zu überwinden. “Social Distancing” führt also vielleicht auch zu einer Nähe, die wir so noch nie erlebt haben, die aber trotzdem vieles erreichen kann. 

 

Um 12.35 Uhr gibt es in Deutschland 62.435 Infizierte, 541 Tote und 9.211 Genesene und wir werden sehen, wie sich die nächste Zeit entwickelt. Jeder verbringt diese auf eine andere Weise und doch verbringen wir sie gemeinsam. 

Lasst uns versuchen das beste daraus zu machen und hoffentlich bleibt ihr alle gesund!

 

 

 

 

 

Modul Unten Mitte (user2)

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